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Warum hilft Osteopathie?

Zunehmend mehr Menschen entscheiden sich für ganzheitliche Behandlungsmethoden, wollen den Ursachen für ihre Leiden auf den Grund gehen. Die Osteopathie gehört da unbestritten dazu. Obgleich man glauben möchte, diese Form der Therapie sei mittlerweile flächendeckend bekannt, taucht dennoch die im Titel genannte Frage: Warum hilft Osteopathie? immer wieder auf. Im heutigen Beitrag möchte ich euch einige Ansätze nennen, warum ich glaube, dass Osteopathie hilft…. für die ganz Gesetzesversessenen unter euch schreibe ich mal lieber: ….helfen kann. Denn natürlich gibt es weder eine Garantie oder ein Heilversprechen hier von mir.

Warum hilft Osteopathie?

1. Der Ursache auf den Grund gehen

Der erste Grund liegt in der Methode selbst begründet. In der Osteopathie widmen wir uns maximal in der eingehenden Befragung den Symptomen. Denn durch die gründliche Befragung, eine umfassende körperliche Untersuchung und das Aufstellen einer Behandlungsthese versucht die Osteopathie die Ursache für die Symptome zu finden und diese Ursache dann natürlich zu behandeln. So banal das ist – so abstrakt bleibt es. Die Osteopathie ist eine ursachenbasierte Behandlung und keine symptomatische. Reihenweise sind die Leute überrascht, warum plötzlich die Rückenschmerzen weg sind, obwohl selbiger gar nicht angefasst wurde, warum die Nase plötzlich mehr Luft durchlässt, obwohl die doch seit Jahren verstopft war und und und. In der zumeist fünfjährigen berufsbegleitenden Weiterbildung dreht sich der Unterricht die meiste Zeit darum, anatomische Strukturen und ihre Wechselbeziehungen zu Nachbarstrukturen kennenzulernen. Den Mensch als funktionelle Einheit zu verstehen … das klingt doch herrlich technisch, oder? Natürlich geht es dabei nicht immer nur um Knochen, Gelenke etc. – wer mir länger schon hier folgt, weiß natürlich, dass die Psyche einen großen Stellenwert einnimmt.

2. Aufmerksamkeit

Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Punkt ist die Aufmerksamkeit, die der Patient in einer solchen Sitzung bekommt. Sehr oft bekomme ich rückgemeldet – „…so genau wurde ich noch nie befragt…“ Dabei geht es zwar für mich als Therapeutin immer darum, zu verstehen, wie tickt dieser Körper und warum macht er dieses Symptom. Für den Patient ist aber ein anderer Aspekt dabei womöglich viel entscheidender. Allein, dass es ganz selbstverständlich ist, dass der Betroffene seine Geschichte, seine Symptome, seine Leidensgeschichte einfach mal erzählen darf – ist immens wichtig. Es ist uns Menschen ein überlebenswichtiges Grundbedürfniss, gesehen und gehört zu werden. Ein aufmerksames Gespräch, wertschätzende, empathische Zuwendung scheinen in der heutigen Zeit so rar, wie eine Golduhr aus dem 17. Jahrhundert. Als aufmerksamer Leser hast du natürlich sofort bemerkt, dass dies kein osteopathiespezifischer Grund ist, er wird von der Osteopathie beziehungsweise vom osteopathischen Therapeut jedoch sehr gut erfüllt.

3. private Medizin

Es lässt sich nicht leugnen. Bei einer Behandlung, die zum größten Teil aus der eigenen Tasche finanziert werden muss, überlegt man sich dreimal, ob man sie wahrnimmt. Die Eigenverantwortung ist in diesem Fall maximal und genau das ist es, was neben den anderen hier genannten Gründen, die positiven Resultate erzielt. Ich als Therapeutin empfinde diese Art von Zusammenarbeit als höchst kooperative Angelegenheit. Zur Osteopathie kommen Leute, die wirklich was bei sich bewegen wollen, die gesund werden wollen, die tatsächlich Hilfestellungen annehmen möchten und auch können. Hausaufgaben werden total gerne angenommen und auch noch zu Hause ausgeführt. Wer nicht zumindest ein bisschen bereit ist, die Verantwortung für seinen Körper selbst zu übernehmen – wird kaum Hilfe von anderen erwarten können. Klingt knallhart, ist aber so.

4. Unvoreingenommenheit

In der Osteopathie versuchen, wir frei von Interpretationen, jeden einzelnen Mensch als Individuum zu betrachten. Jeder hat seine ganz eigenen Lebensgeschichte, Symptome sind oft die Summe der Dinge und so gilt es, möglichst unvoreingenommen an die Sache ranzugehen. Das macht mir persönlich richtig Spaß, ich nenne es ja immer wieder scherzhaft Menschensudoku. Die Logik hinter den Dingen verfolgt zwar Regeln, Naturgesetze. Dennoch ist jedes Sudoku, jeder Mensch ein eigenes kleines Rätsel, was es zu knacken gilt. Kein Mensch, kein Körper ist wie der andere. Einen pauschalen Behandlungsablauf gibt es nicht.

5. Komplexität

Die Osteopathie verfolgt unter anderem das Prinzip: „Der Körper ist eine Einheit“. Jede, und sei sie eine auch noch so kleine, Struktur wird in die Aufmerksamkeit genommen. Wird bedacht und bearbeitet, sofern nötig. Manchmal ist das eben die 0,3mm kleine Narbe am Kopf, die man sich mal als Kind beim Spielen zugezogen hat. Klingt unbedeutend, kann aber Auslöser einer lebenslangen Ungemütlichkeit darstellen. Wieder bekomme ich das Bild, auch wenn das für den menschlichen Körper nur bedingt taugt, einer Maschine. Ein Rädchen greift ins Nächste. Wir möchten weder, dass was quietscht, klemmt oder dass sich irgendwo ein Staubkorn dazwischenklemmt. Die Osteopathie ist bestrebt, den menschlichen Körper in einen durchlässigen Zustand zu bekommen. Nicht nur die Osteopathie verfolgt diesen holistischen Gedanke – aber die Osteopathie verfolgt ihn vordergründig und konsequent.

 

So und nun seid ihr wieder dran. Fällt euch noch was ein, warum die Osteopathie so vielen Menschen hilft? Schreibt es doch gern mal rein in die Kommentare und habt eine gute Zeit bis zum nächsten Beitrag.

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