#GedankenzurKrise2: Die Sache mit den Masken

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Nara / Japan (2017)

Na wer hätte das gedacht – wir tragen freiwillig Masken vor Mund und Nase. Bilder, die ich sonst nur von meinen Urlauben in Asien kenne – finden nun auch hier in Deutschland, Europa zur Normalität. Die Achtsamkeit untereinander, welche dadurch signalisiert wird – gefällt mir total. Aber mal abgesehen von der Tatsache, dass ich glaube, dass vielen noch nicht bewusst ist – dass sie sich selbst gar nicht durch die lustig bunten, teils selbst genähten Masken schützen – gibt es für mich noch 3 weitere Aspekte, weshalb ich vor allem das dauerhafte Tragen von Masken nicht sinnvoll finde.

Der erste Grund ist das Abdecken unseres wesentlichsten Kommunikations- und damit Regulationselementes. Unsere mimische Muskulatur – unser Gesicht. Wir Menschen gleichen uns im Gespräch aneinander ab und regulieren und entspannen uns dabei. Schaue ich in ein ruhiges, wohlgesonnenes Gesicht, wird meinem Gehirn gemeldet – „alles ok“. Stephen Porges hat in seiner Ausführung der Polyvagaltheorie diesen Teil als sogenanntes „Social Engagement System“ beschrieben. (wozu unter anderem auch noch die weitere Körpersprache oder der Klang der Stimme gehört).

Hinter diesem Social Engagement System steckt ein spezieller Hirnnerv, der Nervus Vagus. Dieser hat eine ganze Palette von Funktionen. Ist er reibungslos im Einsatz – sichert er unserem Körpersystem Gesunderhaltung und gesunde Gefühlslagen zu.

Nun sind, aufgrund der für viele recht unsicheren Zeit ohnehin viele Menschen innerlich unruhig – mehr denn je bräuchten wir diesen im Prinzip täglich automatisiert laufenden Abgleich, doch der wird zum Teil durch das Tragen der Maske behindert. Ich habe keine wissenschaftliche Abhandlung darüber gemacht – es ist einfach eine Vermutung von mir, dass die Masken dahingehend nicht unbedingt förderlich sind. Kommt das Social Engagement System nicht im physiologischen Sinne zum Einsatz, greift automatisch das in Folge geschaltete System von Kampf und Flucht. Das System des Sympathikus.

Ihr könnt das aber einfach mal ausprobieren – verhüllt euer Gesicht und unterhaltet Euch. Wie geht´s Euch damit? Also mir fehlen da eine Menge Informationen. Und wenn ihr im verhüllten Zustand quasi diesen sub-Wahnsinn spürt – wie soll ich das beschreiben – möglicherweise einfach nur ein beklemmendes Gefühl oder das Gefühl irgendwas stimmt nicht, dann könnte es daran liegen – dass der ventrale Vagus an das Kampf- und Fluchtsystem abgegeben hat.

Was nicht heißt, dass ich mit dem Artikel dazu aufrufen möchte – keine Masken zu tragen. Vielmehr möchte ich das Bewusstsein dafür schärfen – was es außerdem noch mit uns machen könnte – außer andere vor meinen Nies- und Hustentröpfchen zu bewahren.

Während wir alle im Moment vom Social distancing sprechen – fällt unser „Social Engagement-System“ hinten runter.

Seid Euch darüber bewusst – und tragt die Masken vielleicht auch unter diesem Aspekt. Möglicherweise können wir einfach ein paar mehr Worte oder eben eine andere Körpersprache verwenden – um unserem Gegenüber zu signalisieren „alles ok“.

Mein zweiter Ansatz dreht sich um das auftreffende Sonnenlicht auf´s Gesicht. So richtig heiß ist es im Moment noch nicht – Gesicht und Hände sind oft am Anfang des Frühlings die einzigen Hautbereiche, die Sonnenlicht aufnehmen. Zudem schützen sich viele vor dem plötzlich noch recht grell empfundenem Sonnenlicht mit einer schönen großen Sonnenbrille. Vergebt euch bitte nicht diese Chance – Masken ruhig runter, wenn weit und breit kein Mensch zu sehen ist – wie gesagt – die empfohlenen 1,5 Meter halten wir da doch meistens ein und durchaus auch mal ohne Sonnenbrille laufen. Schon vor längerer Zeit hatte ich einen eigenen Beitrag zum Sonnenlicht geschrieben …. meine Gedanken dazu könnt ihr im Zuge dessen hier nochmal mit anschauen: https://osteopathisch-leben.de/gedanken-zum-sonnenlicht/feed/

Und der dritte Grund … auf den kam ich erst gar nicht. Erst die Podcastausführung von Prof. Drosten machte mich auf die verbrauchte Luft zwischen Mundschutz und Gesicht aufmerksam. Ein Teil der Ausatemluft bleibt immer dort stehen, frischer Sauerstoff steht also bei Weitem nicht so zur Verfügung, als würde man ohne Maske atmen, was noch wesentlich mehr ins Gewicht zu fallen scheint, ist die Rückatmung von CO2 und damit der Anstieg selbigens im Blut. Diese Dissertation untersucht die Rückatmung von Operationsmasken bei medizinischem Personal.

Und das Ende vom Lied? Wir sollten wachsam sein – für die Folgesymptome, die auf Sauerstoffmangel bzw. die Rückatmung von Co2 hindeuten könnten. Müdigkeit, Verlangsamung von Reaktionen, allgemeine geistige Einschränkung. Solltet ihr also beruflich verpflichtet sein, eine solche Maske wirklich oft tragen zu müssen – sorgt als Ausgleich für ausreichend Sauerstoffzufuhr. Vielleicht doch mal eine Zusatzrunde joggen oder radfahren. Zumindest aber viel raus an die frische Luft .

Vielleicht könnt ihr meine Gedanken zur Maske einsetzen, um tatsächlich den Einsatzbereich ökonomisch zu gestalten. In Innenräumen, vor allem wenn andere Menschen anwesend sind. In größeren unkontrollierbaren Menschenansammlungen wie zum Beispiel im Supermarkt. Ich kann positiv berichten, dass seit letzter Woche – viele meiner Patienten schon eine eigene selbstgenähte Maske dabei haben. Als kleiner Querschnitt der Gesellschaft betrachtet – freut mich das achtsame Miteinander.

Seid lieb gegrüßt und bis bald!

Sandra Hintringer

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