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Osteopathie auf Bestellung, ergibt das Sinn? Oder – warum ich nicht einfach nur eine einzelne Technik anwende
August 2, 2020 Alltägliches
Reading Time: 3 minutes

Seltsamer erster Teil der Überschrift, ich weiß. Dieses Mal ist mir nichts besseres eingefallen, vielleicht – weil diese Überschrift dann doch den Kern trifft, über den ich heute sprechen möchte. Erst mal zur Erklärung, was ich damit meine. Hin und wieder bekomme ich Anrufe, Anfragen für Osteopathie, ob ich ein Schlüsselbein zurechtrücken könne, Therapeut xy würde das immer machen und dann sei wieder alles gut. Oder ob ich diese oder jene eine bestimmte Technik kennen und machen würde. Explizit eine einzige Technik. Solche Anrufe bekomme ich circa alle 3 Monate und obgleich das ganz normale Anrufe von rational Hilfesuchenden sind, stimmen sie mich jedes Mal nachdenklich.

Jene Momente am Telefon, voll von Inhalt. (Da scheint es jemandem nicht gut zu gehen, derjenige ist selbstkompetent, weiß, was hilft – nämlich Osteopathie. Aber bitte eben genau nur diese eine Technik. Und bitte genauso, wie es der andere Kollege auch immer gemacht hat. Derjenige braucht schnell Hilfe und weiß, was bisher immer gewirkt hat. Finde ich grundsätzlich sehr gut.)

Dennoch kommt bei mir sofort  immer die gleiche innerliche Frage, bei der ich mich jedoch in den ersten Augenblicken eines solchen Telefonates stark zurückhalte, sie sofort dem Anrufer am Telefon zu stellen: „Und wenn es denn sonst immer gewirkt hat – warum ist das Symptom denn dann schon wieder da?“

Ich kann es in der Leitung förmlich knistern hören, auch wenn ich die Frage noch nicht mal gestellt habe – denn ich weiß schon – das es eine heikle Sache ist – anzuzweifeln, dass jemand weiß, was ihm gut tut. Wie vermessen von mir.

Und dennoch – erkläre ich jedes Mal freundlich, dass ich nicht einfach so diese eine gewünschte Technik an einem mir fremden Menschen ausüben kann. Nur weil der Therapeut xy das immer so gemacht hat.

Ich mache das nicht. Weil es für mich keinen Sinn ergibt.

Davor gibt es immer eine ausführliche Befunderhebung, eine körperliche Untersuchung, funktionelle Tests – ich schaue mir den Mensch, der da vor mir sitzt und Hilfe sucht, neutral und unbefangen an. Bis ich eine These habe. Meine osteopathische These. Meine Vermutung der Grundursache für das Symptom.

Ich freue mich über jeden neuen Patienten und klar ist mein Feuereifer auch mal kurz gebremst und ich bin auch kurz traurig, wenn sich jemand gegen meine Behandlung entscheidet. Dennoch bleibe ich mir treu – und erkläre das dann natürlich schon direkt am Telefon, dass ich mir das Problem gern anschaue – aber eben auf meine Art und Weise.

Osetopathie = Befragung – Untersuchung – These – Behandlung

Das wird meistens total gern angenommen. Aber warum schreibe ich dann darüber?

Weil diese selten vorkommende Begebenheit zwei wichtige Botschaften enthält.

Die erste ist für Therapeuten, die Osteopathie praktizieren…

Lass dich nicht instrumentalisieren, bleib´ wachsam in der Befunderhebung, hinterfrage die Dinge. Das ist unsere Aufgabe.

Die zweite Botschaft ist für Hilfesuchende / aka: Patienten, Klienten …

Eine einzelne Technik ist keine Osteopathie – eine einzelne Technik kann zwar total gut helfen. Wenn die Symptome jedoch wiederkommen, ist die Ursache nicht ausgeräumt. (ausgenommen davon sind natürlich Umstände, wo sich Ursachen nie wieder beräumen lassen. Strukturschäden wie z.B. Narben, die naturgegeben so dann und wann Folgespannungen nach sich ziehen oder diverse Grunderkrankungen, die ebenfalls körperliche Symptome nach sich ziehen)

Und ebenfalls möchte ich Hilfesuchenden unbedingt den Rat geben, ruhig neuen Behandlern zu vertrauen. Die (also auch ich) haben die Weisheit auch nicht immer mit Löffeln gefressen – und es kann tatsächlich sein, dass auch der neue Behandler die Ursache nicht findet – aber einem motivierten Versuch darf man immer aufgeschlossen gegenüberstehen. Oder? Sonst steht man sich womöglich selbst im Weg und erwartet von anderen das Unmögliche … nämlich Hilfe … ohne das die wirklich helfen dürfen.

Mit diesen kleinen Botschaften schließe ich meinen kurzen Impuls und freue mich auf viele neugierige Patienten, die genau wie ich viel Spaß daran haben, nach Ursachen zu forschen.

Wenn du bei mir eine Behandlung buchen möchtest, kannst du das selbständig in meiner Online-Terminbuchung. Schau mal hier: https://osteopathie-hintringer.de/termin-buchen/

Bis bald – im nächsten Beitrag.

Und wenn du eine Idee hast, worüber ich unbedingt mal hier schreiben soll – lass es mich ruhig wissen. Sende eine e-mail an: info@osteopathie-hintringer.de oder hinterlasse einen Kommentar.

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