Savitri Pranayama – wie du dir mehr Gesundheit atmest

Savitri Pranayama – da habe ich mich doch glatt mal zur Nennung einer Sanskritbezeichnung verlocken lassen. Denn eigentlich mag ich verschwurbelten Fachsprech so gar nicht. Auch nicht, wenn es um Yoga geht. Denn es schließt automatisch die Leute aus, die diese Bezeichungen nicht kennen. Der Sinn dahinter erschließt sich mir nicht. Na klar stärkt es das Zugehörigkeitsgefühl im Yoga, wenn man die Bezeichung kennt – aber wenn nicht – ist man gleich abgeschreckt und das große Potential dieser Methode geht aufgrunddessen an dir vorbei. Das wäre schade.

In diesem Beitrag möchte ich dir erklären, warum Atemübungen das Potential haben, unsere Gesundheit zu fördern. Als Beispiel habe ich mir Savitri Pranayama herausgesucht.

Savitri steht hierbei für das Antreibende, das Inspirierende, das Kraftgebende – oder auch kurz einfach für die Sonne.

Pranayama steht für Atemfluss.

Savitri Pranayama wird gemeinhin als Sonnenatem übersetzt. Das klingt doch irgendwie sehr energievoll, oder?

Doch wie praktiziert man Savitri Pranayama – den Sonnenatem?

  1. Finde eine entspannte Ausgangshaltung – liegen, sitzen oder stehen – alles ist möglich.
  2. Komme voll und ganz ins Hier und Jetzt, schalte dazu alle störenden Geräuschquellen und Geräte aus
  3. Spüre, wie dein Körper die Sitz- oder Liegefläche berührt.
  4. Lasse den Atem zunächst sanft und völlig natürlich fließen – beobachte ihn dabei eine Weile. Alles was du wahrnimmst ist richtig.
  5. Vertiefe nun ein wenig den Einatem.
  6. Halte den Atem kurz an
  7. Atme entspannt und lange aus
  8. Halte den Atem kurz an

Streng genommen oder der ursprünglichen Form folgend, soll dieser Atem in einem Rhythmus 8 : 4 : 8 : 4 durchgeführt werden.

Das heißt konkret:

  1. 8 Zählzeiten / Sekunden einatmen
  2. 4 Zählzeiten / Sekunden anhalten
  3. 8 Zählzeiten / Sekunden ausatmen
  4. 4 Zählzeiten / Sekunden anhalten

Aus der Erfahrung meiner vielen Kurse mit wirklich vielen Kursteilnehmern weiß ich, dass eine Einatmung von 8 Sekunden bei den meisten Menschen erst einmal Stress erzeugt. Die wenigsten können direkt von Anfang an so lange und vor allem entspannt einatmen.

Sicherlich klappt das Einatmen über 8 Sekunden irgendwie schon – jedoch meist dann mit verspanntem Nacken oder irgendwelchen anderen Verkrampfungen im Körper. Das ist damit nicht gemeint. Die 8 Zählzeiten sollen ganz entspannt möglich sein.

Und genau das ist der Punkt – wo ich im Laufe der Zeit zu dem Entschluss oder der Beobachtung gekommen bin, dass 4 Sekunden Einatmen das entspannteste Maß sind. (bei manchen sogar nur 3 Sekunden – alles ist richtig)

Das darauffolgende Luft anhalten ist am Anfang auch oft ungewöhnlich und endet oft in pressen. Das ist nicht gut, denn dann entsteht im Körper ein sehr hoher Druck, der im schlimmsten Fall Bluthochdruckspitzen nach sich ziehen kann. Also auch das Luft anhalten soll sehr entspannt sein. 2 Sekunden sind für die meisten am Anfang ohne Probleme machbar.

Das Ausströmen der Luft darf und soll gerne länger dauern als die Einatmung. Also nur als Beispiel – Auf 4 einatmen, auf 2 Anhalten und auf 6-8 Ausatmen gelingt den meisten Menschen am Anfang mühelos. (bei Trainierten entstehen irgendwann viel höhere Zahlen – doch das Erreichen von hohen Zahlen soll nicht die Motivation sein)

Das Tempo ist dann gut gewählt, wenn du genau diesen Atem über viele Minuten ohne weiteres durchführen kannst. 10-20 Minuten sind durchaus die übliche Übungszeit. Finde also deinen ganz persönlichen ruhigen Rhythmus – alles ist richtig, unabhängig davon, was alles im Netz zu lesen ist.

Doch was genau ist so gesund an diesem Sonnenatem oder Savitri Pranayama?

Es wurden einige Studien zum Thema yogisches Atmen durchgeführt. In der Studie des Augusta Womans Center, USA, hat man herausgefunden, das bewusst herbeigeführtes und damit gewolltes langsames Atmen positive Veränderung im Körper mit sich bringt.

Als gesundheitsfördernd wurde hier bezeichnet, dass durch das langsame Atmen der physiologische Zustand wieder hergestellt wurde. Der Sauerstoffbedarf sank, die Herzfrequenz normalisierte sich, der Blutdruck verringerte sich und selbst im EEG konnte mehr Aktivierung im Bereich der sogenannten Thetawellen beobachtet werden, was wiederum die Aktivierung des parasympathischen Systems anzeigt. Das parasympathische System ist der beruhigende Anteil in unserem autonomen Nervensystem.

Wird dieser Teil des Nervensystems aktiv – beginnt die Regeneration im System. Im Normalfall geschieht das ohnehin jede Nacht von ganz alleine. Doch in Zeiten von unglaublicher Reizfülle, haben so manche Körper die Fähigkeit zum „runterregulieren“ verloren.

Bewusstes Atmen kann den Körper wieder zurückführen zu seiner Physiologie.

Und so spirituell wie der Begriff Savitri Pranayama auch klingt, so banal ist die Wirkweise im Körper.

Probier es einfach mal aus und schreib´ mir gern deine Erfahrungen mit Atemübungen in die Kommentare!

Für noch mehr Entspannung lass´ Dich doch gern durch eines unserer Yogavideos anleiten. Zum Beispiel die Vorwärtsbeugen – für noch mehr Entspannung.

 

 

 

 

 

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