Über die Wichtigkeit unserer Füße

Sie tragen uns, bei manchen werden sie platt, sie müffeln oder auch nicht, stecken in dicken bunten Socken, sind grazil, sie verhornen, manchmal sind sie eiskalt und in meinen Yogastunden sorgen sie immer mal wieder für Erstaunen. Genau dann, wenn sie berührt werden sollen mit den Händen.

…(…wer macht den sowas?!)…

…oder wenn ich die Zehen ermuntere, sich bitte nicht in meine Yogamatten reinzukrallen.

…(…uups, warum machen die Zehen denn das?)…

Füße sind weit weg von unserem Kopf, kaum in unserem Bewusstsein. Füße sind einfach da. Um Füße muss man sich ja nicht weiter kümmern, oder?

Weit gefehlt.

Oder brauchen wir dann ab heute auch nicht mehr duschen, keine Zähne mehr zu putzen oder Haare zu schneiden?

Aus osteopathischer Sicht kann ich sagen, dass Füße das Fundament des Körpers bilden. 26 Echte Knochen bilden das Gerüst, umwoben von vielen Fußmuskeln und noch viel mehr Bändern. Und wenn das Fundament schief ist – wie soll dann das Dach gerade sein? Oder anders gesagt – warum sollte eine Halswirbelsäule völlig in Ordnung sein – wenn der Fuß ein Problem hat?

Als Basis des Körpers sollen unsere Füße uns ökonomisch und flächig tragen. Das Gewicht des Körpers soll gleichmäßig zwischen dem linken und dem rechten Fuß, sowie gleichmäßig zwischen Vor- und Rückfuß verteilt sein. Als grobe Statikpunkte gelten der Großzehenballen, der Kleinzehenballen sowie die Ferse. Ziemlich interessant finde ich, dass der Großzehenstrahl 70% der Abrollbewegung trägt. Das heißt, schon kleinste Bewegungseinschränkungen im Großzeh verändern deinen Gangablauf. (und mal Hand hoch, wer ist nicht mindestens schon einmal mit dem Großzeh an den Türrahmen geknallt?)

Wenn der Notfallplan „Zehen einkrallen“ oder „Fußgewölbe platt“ oder „hinken“ greift, müssten wir mal schauen, warum eigentlich. Oft sind es statische Phänomene, manchmal Folgen von Verletzungen und in einigen Fällen auch einfach nur abgeschwächte Muskulatur. Prinzipiell kann man sagen, geht das Körpersystem immer den Weg des geringsten Widerstandes. Es geht den Blockaden, Steifigkeiten, Schwächen aus dem Weg und organisiert die Bewegung so, dass keine unnötige Ressource verbraucht wird. Zumindest im ersten Moment. Bleiben die Probleme bestehen, erschöpft sich ein Körpersystem auch mal an seinen Kompensationen. Dann fangen meist Probleme an anderer Stelle an – die Verbindung zu den Füßen erschließt sich dem Laien dann nicht immer direkt.

Ein paar Dinge kannst du an dir selbst überprüfen:

Was muss ein normaler gesunder Fuß können?

  1. Gewicht tragen – das heißt – einen stabilen Einbeinstand, ohne Wackeln, Fußverdrehung oder Arme fuchteln
  2. bei flach stehendem Fuß – sollten die Zehen angehoben werden können
  3. Zehen einkrallen
  4. Zehen spreizen
  5. Fersengang
  6. Zehengang
  7. normale Temeraturverhältnisse halten – weder ständig Glühfüße, noch ständig Eisfüße
  8. gesunde Füße sollten auf verschiedenen Untergründen barfuß laufen können
  9. gesunde Füße bzw. deren Hautmilieu wehren Keime wie z.B. Fußpilzsporen ab

Anzeichen, dass Füße statische Probleme ausgleichen:

  • Verhornung
  • verkrümmte oder seitlich verbogene Zehen, bekannteste Erkrankung ist der Hallux valgus / Hallux rigidus
  • abgeflachte Quer- oder Längsgewölbe
  • Plantarfasziitis – entzündete Sehnenplatte
  • Flexibilitätseinbuse – z.B. fehlende Zehenspreizfunktion
  • stark ausgeprägte Strecksehnen meist in Kombination mit nach unten gekrümmten Zehen

Was kann man tun – um seinen Füßen Gutes zu tun?

  • Fußgymnastik
  • Fußmassage
  • Fußreflexzonenmassage
  • natürlich Osteopathie … falls du zu uns in die Praxis kommen möchtest – hier kannst du gleich online einen Termin vereinbaren: https://osteopathie-hintringer.de/termin-buchen/
  • Massageroller (bekommst man in der Regel im Drogeriemarkt)
  • Igelballmassage
  • Fußbad mit diversen Zusätzen

Vielleicht kann ich dir mit diesem Beitrag einen kleinen Anstoß geben – deinen Füßen mehr Aufmerksamkeit zu geben – sie werden es dir danken!

 

 

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