Wie ich zum Yoga kam – was Yoga und Osteopathie verbindet und was Angst damit zu tun hat

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Heute widme ich mich einem meinem Herzensthema oder vielmehr meinen Herzensthemen und plaudere ein wenig aus meinem Nähkästchen.

Yoga und Osteopathie.

Das ich das mal so praktiziere wie heute – grenzt schon fast an ein Wunder. Aber eigentlich hat das eine nur das andere ergeben. In Yogakursen fliest mein osteopathisches Wissen ein. Und Osteopathiepatienten bekommen Yogaübungen als Hausaufgabe.

In meinem Leben war ich mir immer sicher, dass ich am allerbesten in Turnhallen aufgehoben bin. Meine ganze Jugend habe ich mit quietschenden Sohlen auf Parkett verbracht. Erst beim Handball, dann beim Basketball, dann Volleyball  – schlussendlich bin ich mit Hechtbagger beim Beachvolleyball gelandet. Immer ging es darum, möglichst schnell dem Ball hinterherzujagen. Ein Heidengaudi.

Dehnung? Fehlanzeige. Warum denn.

Zog man uns zu DDR-Zeiten noch fies ins Spagat – so fühlten wir uns nach der Wende mit modernen Sportarten global angeknüpft. Dribbelten geschickt den Ball – feierten Michel Air Jordan und andere Basketballstars – und fühlten uns natürlich wie selbige.

Auf die Gesundheit achten? Ach woher. Hauptsache ich kann rennen rennen rennen …

Wegrennen vielleicht?

Doch dabei geht jeder Körper irgendwann in den Generalstreik – wenn man nun mal nicht gut auf ihn hört. Das war dann bei mir 2006 soweit. Der Stress kumulierte während der fünfjährigen Osteopathieweiterbildung… lernen, rennen, arbeiten – alles immer wieder im steten Wechsel… irgendwann habe ich mal eine Woche Urlaub gemacht und nach einer Wanderung leider aus Unwissenheit ein Allergen zu mir genommen. Einen Sojadrink, falls es Dich interessiert.

Das war´s dann.

Shut down im System.

Allergischer Schock. Notarzt. Krankenhaus.

(Danke übrigens an dieser Stelle an meine Freundin Claudia mit der ich damals wandern war. Geistesgegenwärtig hat sie zusammen mit der Rezeption des Hotels den Notarzt geordert. Ich selber habe die Gefahr nicht erkannt… ja, es war knapp. Tausend Dank!!!)

(Danke auch an Dr. Fisch vom Roten Kreuz im Zillertal … so eine Cortisonkeule kann schon echt ein Segen sein.)

Die Nacht im Krankenhaus habe ich kein Auge zu getan, ich dachte ich sterbe. Höllische Angst.

Danach folgten viele Therapien. Doch die Angst blieb. Angst zu essen, Angst was falsches zu essen – und damit die Angst zu sterben. Angst das es wieder passiert. Einige in meinem Umfeld hatten wohl auch Angst. Um mich. So nett das sein mag – aber das war unglaublich anstrengend – noch die Angst der anderen zu regulieren.

Ich ging zur Kinesiologie, zur Osteopathie, zum Hautarzt, zum Allergietest, bekam Medikamente. Das Geschäft mit der Angst – auch die Ärzte hatten und vermittelten mir Angst. Es könnte ja wieder passieren. Ab heute dürfen sie nie wieder ohne diese Medikamente unterwegs sein … uff.

Nie wieder? Das klingt hart.

Derbes Thema diese Angst. Klebrig wie eine Tube Leim. Ein Tintenfisch mit tausend sich stets weitervermehrenden Tentakeln.

Irgendwann – es war ein Osteopath in Berlin – meinte einer zu mir:

„Geh doch mal zum Yoga“

Na da hatte er ja was gesagt. Ich? Zum Yoga? Om shanti und dazu grazil verbiegen? Ich?

Warum erzähle ich Dir denn die ganze Geschichte?

Ganz einfach.

Weil ich dich motivieren möchte Yoga oder Osteopathie als Ressource zu entdecken, nicht als Lifestyle weil es gerade „IN“ ist und das jeder macht. Nein – entdecke es einfach als Deine Quelle von mehr Gesundheit.

Heute bin ich osteopathisch tätig, erinnere mich sehr sehr gern an meine allererste Yogastunde in einem Fitnessstudio – mittlerweile unterrichte ich seit vielen Jahren selbst Yogakurse und weiß, dass Osteopathie das passive Yoga ist – und Yoga die aktive Osteopathie. Mir tut es gut und meinen Patienten tut es auch gut.

Die Angst von damals ist komplett weg. Hund-Baum-Sonnengruß-Einatmen-Ausatmen-Om …. immer und immer wieder. Yoga hat mir geholfen, mir selbst, meiner Intuition und meinem Körper wieder zu vertrauen.

Nenn´ mich leichtsinnig – mittlerweile bin ich ohne diese Notfallmedikamente unterwegs.

Warum? Weil ich irgendwann beschlossen habe – dass ich unmöglich ein Leben lang nur an die Angst geknüpft sein kann, dass es wieder passiert. Ich wollte mich nicht auf dieses eine Verhalten, auf das Angstmuster reduzieren lassen. Natürlich kann immer was passieren – aber warum soll ich Angst haben vor einer Sache, von der keiner weiß – ob die tatsächlich eintritt?

Yoga muss man nicht dogmatisch betreiben. Ich singe weder Lieder in meinen Stunden, ich trage keinen Turban, ich chante kein OM, ich habe keinen Altar im Yogaraum … ich murmle keine Mantren … obgleich Mantren wunderschöne Klänge sind … hör mal hier zum Beispiel, das tibetische Nationalmantra:

….om mani padme hum….om mani padme hum …. om mani padme hum …. … genau dieses Mantra murmelte der alte Mann neben mir im Bus. Wir tuckeln durch das Hinterland von China, herrliche Weiten im Grasland und bei jeder Silbe lässt er eine Kuller seiner Gebetskette durch die Hände gleiten …. om mani padme hum …. er hat während der Busfahrt die ganze Zeit Yoga praktiziert… und sich mit diesem Mantra im Mitgefühl geübt.

Wann hast du dich das letzte Mal in Mitgefühl geübt? Oder in Dankbarkeit? Denn wann immer eines dieser beiden Gefühle in Dir ist – hat Angst keinen Platz. Probier es mal aus.

Nicht erst seit der Spezialweiterbildung in traumasensiblen Yoga fühle ich mich zum wahrnehmungs- und achtsamkeitsbasierten Yoga mehr als hingezogen.

Spüren was ist – da sein lassen, was da ist – Schlüssigkeit empfinden. Alles hat einen Grund. Jeder Schmerz, jeder Gedanke, jede Emotion.

Jeder ist frei und doch Teil eines Ganzen.

Einatmen – Ausatmen, dem Rhythmus der Natur folgen.

Ich liebe einfach diese Sanftheit, die entsteht – wenn Menschen einfach mal nur so da sein dürfen. Auch Menschen lieben das, wenn sie einfach nur mal so da sein dürfen.

Einfach mal nix müssen sollen. 😉

Ich gebe drei regelmäßige Kurse in Potsdam, die sind gut besucht – darüber freue ich mich immens. Zur Zeit sind zwar alle Plätze in den face-to-face Kursen belegt – aber falls Du jetzt Lust hast, einfach mal eine Runde mit mir Yoga zu üben – dann kann ich Dir meine Onlineyogavideos wärmstens empfehlen: https://osteopathie-hintringer.de/shop-onlinebuchung/

Und hier mal ein paar Ansätze, die beide Methoden gemein haben:

  • beide stellen Normalität in der Körperstruktur und damit in der Körperphysiologie wieder her
  • beide regulieren das vegetative Nervensystem und wirken damit unglaublich entspannend
  • beide regulieren das Zwerchfell und damit das ganze Atemsystem
  • beide nähern sich achtsam dem Körper, dem Geist, dem ganzen Mensch
  • beide ressourcieren den Körper – und erschöpfen ihn nicht, wie zum Beispiel das ganze Gerenne früher bei mir
  • beide aktivieren den Blutkreislauf und sorgen für gute Zirkulation
  • beide bringen den Mensch wieder etwas näher an sich selbst heran – die Körperwahrnehmung verbessert sich

Was ist die Besonderheit am Yoga – im Kontext beider Anwendungen?

  • mit dem Praktizieren von Yoga steigt die Selbstwirksamkeit – ein Gefühl von „ich kann selbst was für mich tun“
  • Yogapraktizierende sind nicht abhängig von Behandlern und haben meistens eine Idee, was sie im akuten Schmerz- oder Angstanfall praktizieren können
  • Yoga ist immer und überall ausführbar. Sei es eine Atemübung oder eine kleine Meditation.

Was ist die Besonderheit an der Ostepathie im vergleichenden Kontext?

  • hier darf man die Verantwortung gerne mal abgeben, der Behandler sucht und beseitigt Blockaden
  • die Therapie ist ursachenfokussiert und deckt damit eine große Sparte von möglichen Problemen und derer Lösung ab
  • schon mit wenig zeitlichem Einsatz wird meist viel erreicht – 2-5 Sitzungen bringen oft schon spürbare Veränderungen
  • das Bewusssein verändert sich – da durch die Draufsicht durch den Behandler die eigene Sicht verändert wird. (manche Dinge nimmt man an sich selbst einfach nicht wahr, dann brauchte es mal den externen Blick)

Ich lehne mich mal locker aus dem obligatorischen Fenster … jeder sollte einen osteopathischen Behandler-Behandlerin und auch einen Yogalehrer-Yogalehrerin haben. Genauso, wie wir alle jedes Jahr zum Zahnarzt gehen.

Wie wäre es mit einem jährlichen Osteopathie-Check-up?

Und wie wäre es mit einem jährlichen Yoga-Check-up?

Also ich kann es mir gut vorstellen – und falls du spontan Lust hast, was für Deine Gesundheit zu tun – Termine gibt es hier:

Termin buchen

Und falls du einfach mal einen Sonnengruß probieren möchtest – den habe ich vor langer Zeit mal auf ein Video gepresst.

Was hast Du für Erfahrungen mit Yoga oder Osteopathie gemacht? Schreib´ es mir mal rein in die Kommentare.

Und ansonsten vielen Dank für´s Mitdenken, für´s Lesen. Ich wünsche dir bis zum nächsten Blogbeitrag eine tolle Zeit! 🙂

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