Wo wir stehen – und worauf es jetzt ankommt…

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allein? (Foto: fotokahl.de)

Mit Verlaub … ich bin alles andere als eine Corona-Expertin. Dafür haben wir Herr Kekulé oder Herr Christian Drosten und bestimmt noch viele andere, die ich nicht kenne, dennoch erlaube ich mir, heute meinen Gedanken als Traumatherapeutin, Osteopathin und Yogalehrerin freien Lauf zu lassen und mehr denn je wünsche ich mir, dass sie eifrig unter dem Beitrag kommentiert werden.

Mittlerweile ist es in unsere Gesellschaft gedrungen, diese Krise wird uns Veränderungen bringen, die wir noch vor einem Monat kaum für möglich gehalten hätten. Mittlerweile sickert es durch – es wird Monate dauern. Manches wird nie wieder so sein wie vorher. Wir werden fallen und wir werden ein großes Stück wachsen. Das gehört jetzt dazu. Fast stündlich, so habe ich das Gefühl, werden wir uns bewusster, was konkret das für jeden einzelnen bedeuten könnte. Doch was es auch immer für Dich bedeuten mag – es wird weitergehen.

Und genau für diesen Aspekt bin ich dem Yoga, welches ich seit Jahren praktiziere und meinen Mityogenden lehre, sehr sehr dankbar.

Annehmen was ist.

In meinem Leben gab es schon einige „Krisen“. In deinem bestimmt auch. Momente, wo ich wirklich nicht wusste, wie es am nächsten Tag weitergehen soll. Und es ging immer weiter. Mich würde jetzt gerade wirklich interessieren, welche deiner Eigenschaften es war, die genau dich durch den letzten Tiefpunkt durchgebracht haben. War es Disziplin? War es Durchhaltevermögen? War es Mut? Waren es Mitmenschen, die geholfen haben? Was genau war es?

Mein Vorschlag … docken wir doch alle gemeinschaftlich und jeder für sich selbst an unser  „ich kann“ an.

Was meine ich damit?

Die Informationen – die Berichte, die Bilder, die Angstszenarien der letzten Wochen  – bewirken nicht nur in der Gesellschaft, sondern in unserem Körpersystem, in unserem Nervensystem auch so etwas wie einen shut down. Allein das Vorhandensein eines unbekannten Virus stellt ein Angriff auf unser Elementarstes dar. Unser Leben.

Und was passiert im Falle von Angriff mit uns?

Wir agieren unterbewusst. (wie eigentlich sonst auch immer).

Ein gesundes / resilientes Nervensystem wird feststellen – Hektik? Kein Ding, ich schwinge in Ruhe weiter – ich beurteile die Lage, treffe logische Entscheidungen, mache was geht, helfe wenn das nötig ist und stelle fest – jetzt gerade in diesem Augenblick – keinerlei Lebensgefahr für mich persönlich. Ich mache in Ruhe weiter auch wenn ich mir der präkeren Gesamtsituation bewusst bin.

Ein nicht so schwingungsfähiges oder resilientes Nervensystem schießt genau jetzt in der Erregungskurve nach oben und schlägt ordentlich Alarm. Emotionen wie Wut oder Angst, Hass auf die Mitmenschen, die Regierung, die Kita – meistens Unschuldige, können sichtbar werden. Oder das Nervensystem stürzt einfach nach unten ab. Shut down. Nix geht mehr.

Und möglicherweise sind das bereits in diesem Moment schon unsere körperinneren Notfallpläne.

Kampf – Flucht – oder Totstellen ….

Kampf …ok – haben wir alles in den letzten Tagen gesehen. Wir kämpfen um Toilettenpapier, Verkäuferinnen werden mutwillig angehustet, Entscheider werden beschimpft, Egoismus macht sich breit.

Flucht: wir hauen einfach ab – innerlich oder äußerlich. Wir wollen das alles nicht hören, nicht sehen, Impulse wie „weg weg weg – weg mit dem Fernsehprogramm, weg mit dem Podcast, weg mit der Meinung der anderen in der Facebookgruppe …. alles weg …..

Totstellen: …der Totstellreflex ist eigentlich am interessantesten und auch am gefährlichsten (meistens für die anderen) aus meiner Sicht. Warum macht ein Körpersystem so etwas? Wahrscheinlich – und auch hier – ich bin keine Expertin – aber der reinen Logik von biologischen Systemen folgend – hat dieses System schon mal was vergleichbar existentiell bedrohliches erlebt.

Ergo – so etwas will es auf gar gar gar gar gar keinen Fall nochmal erleben. Also totstellen und das zeigt sich aus meiner Sicht im Moment vor allem durch negieren einer Situation, welche einfach nicht zu negieren ist. Das ist alles nicht wahr, das ist alles nicht da, Corona ein gelungener Schachzug der Regierung – ich flüchte mich in eine Parallelwelt …. und all die anderen inszenieren doch nur. Verschwörungstheorien gibt es ja nun mittlerweile schon eine Menge.

Ich weiß nicht so genau, wie es dir geht – wenn du das liest. Ob du das anschaulich findest und ob du eine Idee hast, wo sich dein Nervensystem befindet… ob du das schlüssig findest, was weltweit gerade für Maßnahmen ergriffen werden. Ob du dich unterstützt fühlst in dem Land oder der Region wo du dich gerade befindest oder ob du dich eher als Opfer der Freiheitsberaubung fühlst.

Für mich sind all deine Gedanken und Gefühle absolut ok.

Und ja – das schreibt sich zunächst leicht. Aber ehrlich gesagt war auch ich die letzten Tage immer mal wieder entsetzt, was so alles an mich herangetragen wurde. Sei es im Netz, sei es persönlich. Ja – auch ich bin impulsiv, platze manchmal mit Dingen raus – für die ich mich im nächsten Moment schäme. Und so übe ich zur Zeit vor allem eins – jeden und jede so dasein zu lassen, wie er oder sie gerade ist. Denn ich – weiß nicht, welche Dinge ihn oder sie jetzt gerade bewegen und wieviel Gelegenheit sein oder ihr Nervensystem schon hatte, sich in der für uns allen neuen Situation zu regulieren.

Ich kann dir als Osteopathin und als Yogalehrerin nur den Rat geben – bring dein System in einen möglichst gesunden, schwingenden Zustand. In ein „ich kann“. Dazu gehört für mich ganz banal und ohne das ich es weiter ausführe gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf, Bewegung und Psychohygiene.

Einige von euch wissen es schon – ich bin mit meinen Yogakursen auch in die Onlinewelt umgestiegen. Zur Zeit gebe ich immer montags und dienstags jeweils 75 Minuten Yoga unter dem Aspekt der Bewegung sowie der körperlichen und psychischen Gesunderhaltung. Mein osteopathisches und auch traumatherapeutisches Wissen lasse ich Woche für Woche gemäß der Situation einfließen.

Eine Probestunde kostet 10,00 Euro – und wenn es passt kannst Du eine 10er Karte erwerben und bekommst so Zugang zu allen Stunden, die ich anbiete. (Link zu den Stunden wird immer kurz vorher verschickt). Wenn du dabei sein möchtest, schreib mir eine mail an info@osteopathie-hintringer.de – dann gibt es weitere Infos.

Unabhängig ob ihr mityogen wollt – mein Tipp – schaut mal, wo ihr gerade steht und sortiert euch und euren Tag so, dass es in einer Qualität von einem gesunden „ich kann“ – weitergeht.

  • ich kann für mich sorgen
  • ich kann an dem Leben, was jetzt gerade stattfindet – teilnehmen
  • ich kann mich der Realität stellen (und dazu gehört ruhig auch mal Gefühle zuzulassen, die bis dato vielleicht noch nie da waren)
  • ich kann meine Stärke fühlen
  • ich kann mein Ich Kann fühlen
  • ich kann die Gefühle meiner Mitmenschen akzeptieren
  • ich kann meinen Mitmenschen zur Seite stehen – die mich jetzt brauchen
  • ich kann Hilfe anbieten
  • ich kann das schaffen
  • ich kann einfach mal ein Lächeln verschenken – auch an Fremde, das tut einfach nur gut
  • ….. führt mal bitte in den Kommentaren fort ….
  • …. ich kann ….

 

Bleibt stark und helft euch gegenseitig, bleibt vor allem ehrlich zu euch und anderen gegenüber … wir hangeln uns alle gerade von Tag zu Tag … und sehnen wahrscheinlich den 20. April oder einfach nur das Ende der Osterferien herbei wo augenscheinlich alles vorbei sein sollte … doch mal mit klarem Menschenverstand hingeschaut – auch wenn ich es mir sehr wünsche, ist es nahezu unmöglich…. das dann alles so ist wie vorher.

Haltet durch, findet Lösungen – wir brauchen dieses Jahr viel Kraft, Klarheit, ruhige Besonnenheit und gegenseitige Unterstützung.

Lieben Dank – das Ihr auch diesen Beitrag bis zum Schluß gelesen habt.

Sandra Hintringer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3 thoughts on “Wo wir stehen – und worauf es jetzt ankommt…

  1. Gut geschrieben. Das Foto – Punktlandung!

    …ich kann Rolltreppe statt Fahrstuhl fahren
    …ich kann die manchmal aufkeimenden Sorgen „klein halten“.
    …ich kann für andere Einkäufe erledigen
    …ich kann freundlich und bestimmt sagen „Stopp – nicht so nah“ und „Bleiben Sie zu Hause“
    …ich kann aushalten, zu Hause zu sitzen und die plötzlich verfügbare Zeit zu nutzen ( u.a. gibt es jede Menge Fotos zu sortieren und immer noch ungelesene Bücher im Regal)

    • Danke. Das Foto hat natürlich Marcus kreiert – die Punktlandung gebe ich also weiter… und schön, so viele „kanns“ zu lesen! Genau das 🙂

  2. Danke und besonders nach der letzten sehr hilfreichen Behandlung, genau das I-tüpfelchen, das ich gebraucht habe.
    …ich kann mein Fahrrad wieder aus dem Keller holen und damit nicht nur zur Arbeit fahren
    …ich kann in der derzeitigen Stille, die Natur belauschen, es sind so viele Vögel in der Birke vor meinem Balkon „schön“
    …ich kann statt des gemeinsamen Familienfestes eine Familien Video Konferenz organisieren und endlich alle wieder live erleben „soviel Spaß mit Kindern und Kindeskindern, Geschwistern usw. hatte ich lange nicht“
    … ich kann statt Corona Nachrichten zu sehen, mir den Stapel ungelesener Bücher vornehmen, es hatte doch einen Grund warum ich genau diese Bücher gekauft hatte.
    Danke Sandra, dass ich durch Sie einen anderen Blickwinkel bekommen habe. Bleiben Sie gesund.

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