Gesunde Tipps für Online-Meetings

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(Beitrag enthält Werbung) Gerade komme ich aus einer mehrtägigen Online-Weiterbildung und aus dem Grund dreht sich dieser Beitrag um einige Tipps für Online-Meetings. Ich gucke natürlich immer durch die Brille der Gesundheit und die Stühle auf dem Foto verraten es auch schon. Es wird in diesem Beitrag um Körper und Geist in Bezug auf längere Online-Sessions gehen. Zu den Stühlen die ich verwende, werde ich auch ein paar Worte verlieren.

In meinem Seminar ging es um das Thema Scham und Schuld und allein der Eindämmungsverordnung ist es zu verdanken, dass ich da überhaupt noch reingeschlittert bin. Das Seminar war eigentlich als Präsenzseminar in Berlin gedacht. Nun fand es doch online statt und die Dozentin Marianne Bentzen hat sich entschieden, die komplette Warteliste mit hineinzulassen. Das ist wirklich großartig und aus meiner Sicht ist es auch völlig egal, ob da 50 oder 80 Leute zuhören. Ich für meinen Teil bin richtig begeistert von dieser Art von Weiterbildungen und dennoch habe ich einige Gedanken, wie es für alle Beteiligten möglichst angenehm werden kann.

Hier also nun meine Gedanken zum Sitzen am Rechner, zum Verhalten in einer Online-Gruppe und dann doch ein paar kurze technische Hinweise.

Sei bitte pünktlich

Ja, das schreibe ich so direkt, denn unsere Konzentrationsspanne am Rechner ist begrenzt und damit die Zeit in einer Online-Session sehr kostbar. Die anderen sind alle schon da und jede Minute, die verstreicht ohne das was Konkretes passiert, ist so gesehen eine verlorene Minute. Denn beim zumeist zeitlich klar begrenzten Onlinegeschehen gibt es eben nicht die Möglichkeit, später auf dem Flur nochmal nachzufragen. Die Dozentin ist dann weg.

Stuhlvariationen

Stelle dir für das Meeting ruhig 2-3 verschiedene Stühle bereit. Denn in einem Meeting ist es nicht immer möglich, aufzuspringen und umherzulaufen. Also rein theoretisch ist es schon möglich aber bei uns gab es zum Beispiel Gruppenübungen in separaten Räumen, sogenannten  Breakout Sessions, wo wir zu dritt miteinander geübt haben. Es wäre einfach unfair den anderen beiden gegenüber, wenn ich grad mal zum Tee kochen gehe oder während der Übungszeit nach einem anderem Stuhl suche. Fix auf einen anderen Stuhl kann man aber sehr wohl schnell hinüber, um die Haltung zu variieren.

Ich persönlich benutze ganz verschiedene Stühle. Auf dem Foto ganz links seht ihr einen supergünstigen Ikea-Klappstuhl. Das ist sozusagen mein „Turnstuhl“. Auf dem kann ich mich gut und frei bewegen und während eines Meetings auch Dehnübungen machen.

Der Stuhl in der Mitte ist eigentlich mein Favorit. Auf dem Sitze ich auch während osteopathischer Behandlungen. Er schwingt minimal dreidimensional, steht auf Rollen und ist gleichzeitig ein Drehsitz. Natürlich muss man das Sitzen ohne Lehne mögen – ich mag es – und wenn dich der Stuhl interessiert, findest du ihn hier: Partnerlink * https://amzn.to/3ocG6kC

Und ganz rechts im Bild findest du den Klassiker, den ohnehin schon viele kennen. Wippen was das Zeug hält und dabei noch schön weich sitzen, sich dabei drehen und in der Gegend umherrollen. Nicht zuletzt durch die Wölbung der Sitzfläche automatisch in eine aufrechte Position gebracht werden, macht diesen Stuhl für mich wirklich wertvoll. Ich liebe diesen Hocker und wenn er dich anspricht – findest du ihn hier: Partnerlink * https://amzn.to/2MksdDo

die eigene Sitzhaltung

Sorge dafür, dass du während der Online-Sitzung jederzeit eine aufrechte Haltung und auch verschieden Sitzvariationen einnehmen könntest. Dynamik ist wohl hier das Zauberwort. In der Regel ist man bestrebt, genau hinzuschauen. Vor allem, wenn der Bildschirm eher klein ist. Die Tendenz zur vorgebeugten Haltung ist damit leider gegeben. Zwischendurch schreibt man vielleicht auch mal eine Notiz auf Papier oder tippt sie in eine Datei. Die wenigsten von uns haben einen exakt ausgerichteten Online-Arbeitsplatz und im Laufe des Tages tut dann einfach der Rücken weh. Vor allem, wenn deine eigentliche Arbeitshaltung eine ganz andere ist.

Für einen optimalen Sitz rutsch einfach mal nach ganz vor auf der Sitzfläche und stelle die Beine wie ein Kutscher auseinander. Damit bekommst du eine richtig schöne stabile Basis und die Wirbelsäule richtet sich von ganz allein auf.

Erkunde einfach mal für dich, in welcher Haltung du wacher bleibst. In der runden, an eine Lehne lümmelnden oder in der aktiv aufgerichteten?

Dennoch möchte ich dich entlasten. Es sollte nicht deine Erwartung sein, den ganzen Tag gerade sitzen zu können, wenn du das sonst nie machst. Auch Rückenmuskeln müssen in diese Haltung trainiert werden und so darfst und solltest du auf alle Fälle zwischen durch lümmeln und dich bewegen.

Computer auf eine feste Unterlage

Wenn du diesen Tipp umsetzt, machst du vor allem deine Meeting-Kollegen glücklich. Sorge dafür, dass dein Endgerät auf einer festen Unterlage steht und sich während des Meetings nicht bewegt. Denn ein wackelndes Bild erzeugt Unruhe und lenkt die Konzentration ab.

Schließe alle anderen Anwendungen

Versuche deine Konzentration beim Meeting zu halten. Schalte dafür alle anderen Anwendungen auf Deinem Rechner ab. Also schließe die Social Media Kanäle, schließe dein Mailprogramm und bringe sogar dein Handy in einen Flugmodus.

Du hilfst dir damit selbst, um in der Aufmerksamkeit zu bleiben. Du respektierst damit aber auch die Zeit der Anderen – denn ich habe es in Meetings immer wieder erlebt, dass Leute abgelenkt waren und später Fragen gestellt haben, die längst besprochen waren. Wie gesagt – die Zeit und die Aufmerksamkeitsspanne in so einem Meeting ist wirklich begrenzt, also sorge dafür, dass Du selbst ganz dabei bleibst, das fördert das große Ganze.

sich mit dem Video mal ausschalten

Es ist völlig ok, sich aus kurz aus dem Meeting auszuklinken, also das Video mal auszuschalten. Mach das vor allem, wenn du merkst, du kannst nicht mehr sitzen, hast Bewegungsdrang oder musst doch dringend telefonieren. Das kann alles sein – aber aus meiner Sicht lenkt jede optische Abweichung die anderen Teilnehmer ab. Unser Gehirn ist neugierig und will natürlich wissen, was da beim Anderen los ist – ergo – die Gedanken sind nicht mehr beim Vortragenden.

Erfahrene Meetingleiter geben dazu in der Regel am Anfang der Session einen Verhaltenskodex und öffnen somit den Raum für die Abweichungen und auch für das gegenseitige Miteinander. (in dem Fall für das Ausschalten).

„Wegschau-Regel“

Genau wie das Abschalten des Videos, sollte auch die „Wegschau-Regel“ angesprochen und geklärt werden. Ich finde es nahezu unmöglich, stundenlang auf einen Rechner zu gucken. Deswegen wird man mich oft mit ausgeschaltetem Video oder eben aus dem Fenster starrend oder auf einem Stuhl drehend erleben.

Die Wegschau-Regel klärt einfach, dass wir uns trotzdem untereinander respektieren und jedem, der an solch einem Meeting teilnimmt klar ist, dass man eben unmöglich die ganze Zeit geradeaus schauen kann. Dazu passt gut der nächste Tipp.

„Nichts persönlich nehmen“

An die zwei vorangegangen Punkte schließt sich direkt an, nichts – aber auch wirklich gar nichts was da bei den anderen Teilnehmern so vor sich geht, persönlich zu nehmen. Weder als Teilnehmer, noch als Veranstalter eines Online-Programmes. Manche loggen sich plötzlich aus, manche sind ein ganzes Meeting lang nicht mit dem Video präsent, manche sagen nie etwas auch wenn der Kursleiter sich das noch so sehr wünscht… egal was es ist – es hat mit dir nichts zu tun. Für viele ist es nach wie vor eine große Hürde, sich vor einer Kamera zu zeigen. Zu sprechen, wenn sie nicht so genau wissen, wer da noch anwesend ist oder überhaupt mit dieser technischen Variante des Zusammentreffens klar zu kommen. Belaste dich also nicht mit Dingen, die dich höchstwahrscheinlich nicht betreffen.

gute Ausleuchtung

Wenn es dir irgendwie möglich ist, setze dich so, dass dir Tageslicht oder das Licht einer Lampe frontal ins Gesicht scheint. Halb im Schatten verborgene Gesichter oder im Schatten eines dunklen Zimmers verborgene Personen ziehen immer wieder die Aufmerksamkeit – wie gesagt – unser Gehirn ist neugierig und will einfach wissen, wer da sitzt. Wenn derjenige nicht so gut zu erkennen ist, bleibt man da einerseits haften und andererseits bleiben aber auch mimische Eindrücke verborgen. Da die

gut verständlicher Ton

Prüfe vor der Session einfach mal deinen Ton – und wenn das Computerinterne Mikro nicht so sensationell ist, dann besorge dir einfach ein Externes. Ich habe zum Beispiel dieses hier, das wurde bisher zumindest noch nie bemängelt. (* https://amzn.to/3obyNJN)

sich zurücknehmen

Besonders wenn die Zeit stark begrenzt ist, schau mal, wirklich nur Fragen zu stellen, die der Gemeinschaft dienen oder diese Frage einfach im Chat oder per mail einzureichen. Wir sprechen natürlich gerne mal, um den kleinen Kick der plötzlich ansteigenden Aufregung zum Wachbleiben zu benutzen oder auch um ein klein wenig Aufmerksamkeit zu bekommen. Wenn allerdings 80 Leute in einem Seminar eine Frage stellen – kommt der Dozent nicht zu seinem eigentlichen Stoff. Das ist ja grundsätzlich ein Thema, was nicht nur Online-Seminare betrifft. Auch in Präsenz-Seminaren habe ich immer wieder bemerkt, wie ab einem gewissen Zeitpunkt echte Verärgerung auftritt, weil einfach zu viel gefragt wird. Online ist diese Aufregung nicht so gut zu zu spüren und zu regulieren – insofern wäre das mein persönliches Anliegen, dass du dich immer mal hinterfragst, ob deine Intervention der Gruppe dient oder nur deinem persönlichen Vergnügen.

Auch der Kursleiter braucht Support

Der Kursleiter eines Online-Meetings ist in der Regel der, bei dem es ganz still ist – denn in der Regel werden die Mikros der Teilnehmer stumm geschaltet. Versuche also, sofern nötig – irgendwie bestätigend zu kommunizieren. Die meisten Online-Programme haben Symbole wie Klatschen, Daumen hoch oder auch Herz. Das reicht – dann weiß der Kursleiter, dass du alles verstanden hast und einverstanden bist.

Und für die Kursleiter hätte ich den Tipp – zieh einfach durch. In meiner Erfahrung sind Online-Teilnehmer wissbegierig und meistens komplett zufrieden, mit dem, was ihnen geboten wird. Falls nicht, werden sie dir das in den Chat schreiben. Lass dich also nicht von der trügerischen Stille irritieren – es ist eigentlich erwartungsvolle Neugierde.

So Ihr Lieben, das war es wieder von mir.

Waren diese Tipps für euch hilfreich? Was habt ihr für Anmerkungen zu diesem Thema? Schreibt es mir ruhig mal rein in die Kommentare. Vielleicht erlebt ihr ja was ganz anderes als ich?

Und schaut ruhig bald wieder hier vorbei – immer wieder gibt es spannende Gedankenimpulse.

 

Autorin: Sandra Hintringer

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