Cafés gibt es in den USA genug, trotzdem wächst parallel ein anderer Markt. Immer mehr Menschen kaufen Kaffeemaschinen und bereiten ihren Kaffee zu Hause zu, berichtet osteopathisch-leben.de unter Berufung auf The New York Times. Daten der National Coffee Association zeigen: Seit 2020 nimmt das Interesse am heimischen Kaffeekochen stetig zu und wirkt alles andere als vorübergehend.
Eine Maschine reicht vielen nicht mehr
Fast alle Arten von Kaffeemaschinen haben in den vergangenen Jahren an Popularität gewonnen. Vom klassischen Filtergerät bis hin zu Modellen, die Bohnen mahlen und den Kaffee auf Knopfdruck zubereiten, wächst die Auswahl in amerikanischen Haushalten. Besonders deutlich ist der Anstieg bei Espressomaschinen: Ihre Verbreitung liegt heute rund 50 Prozent höher als noch 2020.
Auch Geräte für Cold Brew verzeichnen ein starkes Plus von 57 Prozent. Filtermaschinen bleiben zwar am weitesten verbreitet – 62 Prozent der Amerikaner besitzen eine –, doch sie sind längst nicht mehr die einzige Option. Eine Ausnahme bildet die French Press, deren Nutzung seit 2020 um 14 Prozent zurückgegangen ist.
Es geht um Auswahl, nicht um die eine perfekte Lösung

In der Branche sind diese Veränderungen längst spürbar. Chi Sum Ngai, Mitgründerin von Coffee Project in New York, beobachtet, dass viele Kundinnen und Kunden gleich mehrere Kaffeemaschinen besitzen. Neben einer Espressomaschine stehen oft Pour-over-Systeme, Chemex oder eine Mokkakanne – je nach Bohne und Tagesstimmung.
Mit der Technik wächst auch das Interesse am Detail. Menschen fragen nach Wassermengen, Brühtemperaturen und Mahlgrad. Ngai sagt, dass selbst Mineralzusätze für Wasser inzwischen besser verkauft werden. Der Wunsch, Geschmack gezielt zu beeinflussen, ist deutlich größer geworden.
Kaffee bekommt einen festen Platz in der Wohnung

Die professionelle Organizerin Jane Abrahams sieht darin Teil eines größeren Wandels im Alltag nach der Pandemie. Viele richten bewusst eine eigene Kaffeezone ein. Es geht nicht mehr um ein Gerät auf der Küchenarbeitsplatte, sondern um einen festen Platz für mehrere Zubereitungsarten.
Dort stehen einfache Kapselmaschinen neben vollautomatischen Modellen wie Jura-Geräten für rund 5.500 Dollar und handbetriebenen Alternativen. Die French Press taucht in diesen Set-ups deutlich seltener auf als früher, sagt Abrahams.
Nicht nur Homeoffice, nicht nur Bequemlichkeit
Zwar hat das Arbeiten von zu Hause den Trend beschleunigt, doch für Ngai liegt der Kern woanders. Viele Menschen haben Freude daran gefunden, sich mit Kaffee intensiver zu beschäftigen. Sie experimentieren, lernen dazu und entwickeln ein Gespür für Geschmack.
Kaffee zu Hause ist damit kein Ersatz für das Café mehr. Für viele ist er zu einem eigenen Ritual geworden – ruhig, kontrolliert und persönlich. Und genau das macht den Trend so stabil.
Auch im Lebensmittelhandel lohnt derzeit ein genauer Blick auf aktuelle Verbraucherhinweise, etwa beim Rückruf von Thunfisch-Carpaccio bei Lidl.

