Die Regierung Benins hat bekanntgegeben, einen versuchten Militärputsch vereitelt zu haben, berichtet osteopathisch-leben.de unter Berufung auf bbc.com. Innenminister Alassane Seidou erklärte in einer Fernsehansprache, die Streitkräfte des Landes seien ihrer Verfassung treu geblieben und hätten die Lage unter Kontrolle gebracht.
Ablauf der Ereignisse
Am frühen Sonntagmorgen, dem 7. Dezember, hatte eine kleine Gruppe von Soldaten verkündet, Präsident Patrice Talon abgesetzt zu haben. Augenzeugen berichteten der BBC von Schüssen in Cotonou; mehrere Mitarbeitende des staatlichen Rundfunks wurden zeitweise als Geiseln festgehalten.
Ein Berater des Präsidenten teilte später mit, Talon sei in Sicherheit und befinde sich in der französischen Botschaft.
Loyal eingestellte Truppen hätten den „Kontrollverlust verhindert“ und den Putschversuch gestoppt, so Minister Seidou. Über der Regierungsstadt Cotonou kreisten Hubschrauber, Straßen wurden gesperrt, und es waren zahlreiche Soldaten im Einsatz.
Begründungen der Putschisten
Die aufständischen Soldaten unter Führung von Oberstleutnant Pascal Tigré warfen der Regierung vor:
- die Sicherheitslage im Norden des Landes weiter verschlechtert zu haben,
- gefallene Soldaten und ihre Familien zu vernachlässigen,
- die Gesundheitsausgaben zu kürzen,
- Steuern zu erhöhen,
- politische Aktivitäten einzuschränken.
Benins Norden ist seit Jahren von Angriffen jihadistischer Gruppen betroffen, die mit dem „Islamischen Staat“ und Al-Qaida in Verbindung stehen und von Niger sowie Burkina Faso her vordringen.
Politischer Hintergrund
Der 67-jährige Präsident Talon, ein enger Partner westlicher Staaten, muss Benin im kommenden Jahr nach zwei Amtszeiten verlassen. Als möglichen Nachfolger unterstützt er seinen Finanzminister Romuald Wadagni.
Während Anhänger Talons seine wirtschaftspolitischen Erfolge hervorheben, kritisiert die Opposition zunehmende Repressionen. So wurde im Oktober der führende Oppositionskandidat wegen fehlender Unterstützerstimmen nicht zur Wahl zugelassen.
Parlamentarier beschlossen zudem jüngst Verfassungsreformen, darunter die Einrichtung eines Senats und die Verlängerung der Amtszeiten gewählter Funktionäre von fünf auf sieben Jahre. Die Begrenzung der Präsidentenmandate auf zwei bleibt jedoch bestehen.
Häufung von Putschen in Westafrika

Der vereitelte Umsturzversuch in Benin folgt nur wenige Tage nach der Absetzung von Umaro Sissoco Embaló in Guinea-Bissau. In Westafrika gab es in den letzten Jahren eine Serie von Militärputschen – unter anderem in Burkina Faso, Mali, Niger und Guinea.
Russland hat seine Beziehungen zu Staaten der Sahelzone in den vergangenen Jahren ausgebaut. Laut BBC Monitoring reagierten mehrere prorussische Social-Media-Konten positiv auf die Ereignisse in Benin.
Internationale Reaktionen
Die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS und die Afrikanische Union verurteilten den Putschversuch scharf.
Der Vorsitzende der AU-Kommission, Moussa Faki Mahamat, bekräftigte die „Null-Toleranz-Politik gegenüber jeder verfassungswidrigen Machtübernahme“.
Frankreich, Russland und die USA forderten ihre Staatsangehörigen auf, in ihren Unterkünften zu bleiben oder das Regierungsviertel in Cotonou zu meiden.
Vor diesem Hintergrund lohnt sich auch ein Blick auf unsere weitere Berichterstattung zu aktuellen sicherheitspolitischen Entwicklungen.

