In Thüringen ist ein Pilotprojekt zur verpflichtenden Beschäftigung junger Menschen gestartet, die Sozialhilfe beziehen, aber nicht mehr zur Schule gehen, berichtet osteopathisch-leben.de unter Berufung auf dw.com. Das Projekt läuft seit dem 3. November im Landkreis Nordhausen.
Beteiligte Jugendliche unter 25 Jahren, die nicht in Ausbildung sind oder diese abgebrochen haben, können zur Arbeit im Gemeinwohl verpflichtet werden. Mögliche Tätigkeiten umfassen Arbeit in Werkstätten gemeinnütziger Organisationen, Bauarbeiten oder Gartenpflege. Die Vergütung liegt bei 1,20 Euro pro Stunde, deutlich unter dem gesetzlichen Mindestlohn von 12,82 Euro. Das Pilotprojekt ist auf drei Monate angelegt und das erste seiner Art in Deutschland.
Landrat Matthias Jendricke erklärt, dass das Ziel der verpflichtenden Arbeit darin besteht, junge Menschen für eine berufliche Ausbildung zu motivieren oder sie nach einem Abbruch zurückzuführen. Bei Verweigerung droht eine Kürzung der Sozialhilfe um 10 Prozent. Das Jobcenter hat 220 Kandidaten ausgewählt, davon 60 als besonders dringende Fälle. Allerdings erschienen zum Vorstellungsgespräch weniger als 30, und zur Arbeit dieser Woche nur acht Jugendliche.
Jendricke kritisiert zudem die Sozialpolitik Deutschlands, die junge Menschen seiner Meinung nach „vom Arbeitsmarkt entfernt“. Er fordert strengere Sanktionen auf Bundesebene, um die Integration in den Arbeitsmarkt zu fördern. Sozialhilfe („Bürgergeld“) erhalten alle Arbeitslosen ab 15 Jahren, die keine anderen Einkünfte haben und körperlich arbeitsfähig sind.
Dieses Pilotprojekt wirft Fragen über Motivation junger Menschen und die Wirksamkeit von Sozialleistungen in Deutschland auf und lädt dazu ein, sich über weitere Initiativen zur Förderung von Jugendbeschäftigung in anderen Regionen zu informieren.
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