PayPal macht den nächsten Schritt im US-Finanzmarkt. Der Zahlungsdienstleister hat einen Antrag auf Bankstatus gestellt und reagiert damit auf die veränderte Haltung der US-Regulierungsbehörden gegenüber Fintech-Unternehmen.
PayPal Holdings Inc. hat bei den US-Behörden offiziell einen Antrag eingereicht, um eine eigene Bank zu gründen, berichtet osteopathisch-leben.de unter Berufung auf bloomberg.com. Die Unterlagen gingen an die Einlagensicherungsbehörde FDIC sowie an das Finanzministerium des Bundesstaates Utah. Geplant ist die Gründung eines sogenannten Industrial Loan Company, einer speziellen Bankform für Nicht-Banken.
Utah gilt seit Jahren als attraktiver Standort für Finanzunternehmen. Klare Regeln und vergleichsweise schnelle Verfahren spielen dabei eine zentrale Rolle. Für PayPal bedeutet dieser Schritt einen engeren Zugang zum klassischen Bankensystem, ohne das bestehende Geschäftsmodell grundlegend umzubauen.
Warum PayPal eine eigene Bank braucht
Im Mittelpunkt der Pläne steht die Finanzierung kleiner und mittlerer Unternehmen. PayPal verweist darauf, dass der Konzern seit 2013 Kredite und Kapital in Höhe von mehr als 30 Milliarden US-Dollar bereitgestellt hat. Mit einer eigenen Bank will das Unternehmen diese Aktivitäten ausbauen und effizienter steuern.

CEO Alex Chriss macht deutlich, wo das Problem liegt. Viele kleine Betriebe scheitern nicht an Ideen, sondern am Zugang zu Kapital. Eine Bank unter dem Namen PayPal soll genau hier ansetzen und Unternehmen beim Wachstum gezielter unterstützen.
Ein neues regulatorisches Umfeld in den USA
Der Vorstoß von PayPal kommt nicht überraschend. Erst in der vergangenen Woche erhielten mehrere Kryptounternehmen, darunter Circle Internet Group Inc., Ripple und Paxos, eine vorläufige Genehmigung für den Bankstatus. Das galt lange Zeit als kaum erreichbar.
Seit dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump im Januar hat sich die Stimmung spürbar gedreht. Während unter der vorherigen Regierung nur wenige Anträge gestellt wurden und diese kaum Chancen hatten, wächst nun das Interesse deutlich. Unternehmen rechnen wieder mit realistischen Genehmigungsverfahren.
Auch große Konzerne drängen in den Bankensektor
Nicht nur Fintechs und Kryptofirmen nutzen die neue Dynamik. Anfang des Jahres stellte auch die Finanztochter von Nissan Motor Co. einen Antrag auf eine vergleichbare Banklizenz. Kurz darauf folgte die japanische Sony Group Corp. mit ähnlichen Plänen.
Der Trend ist klar erkennbar. Große Konzerne wollen Finanzdienstleistungen stärker selbst kontrollieren und unabhängiger von klassischen Banken werden. Für den US-Markt bedeutet das mehr Wettbewerb und neue Angebote für Unternehmen und Verbraucher.
Welche Angebote PayPal noch ausbauen will
PayPal verfügt bereits über eine Banklizenz in Luxemburg und sammelt dort entsprechende Erfahrungen. In den USA denkt das Unternehmen nun weiter. Neben der Unternehmensfinanzierung stehen auch verzinste Sparkonten für Privatkunden auf der Agenda.
Der Konzern entwickelt seine Produkte zunehmend über reine Zahlungsdienste hinaus. Eine eigene Bank könnte diesen Wandel beschleunigen und PayPal näher an traditionelle Finanzinstitute heranrücken lassen.
Wer PayPal Bank führen soll
Sollte der Antrag genehmigt werden, übernimmt Mara McNeill die Leitung von PayPal Bank. Sie war zuvor Geschäftsführerin der Finanzsparte von Toyota Motor Corp. und bringt umfangreiche Erfahrung aus dem Konzernumfeld mit.
Für PayPal ist diese Personalie ein klares Signal. Das Unternehmen setzt auf Stabilität und kontrolliertes Wachstum und will sich langfristig als ernstzunehmender Akteur im US-Bankensystem etablieren.
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