Die Weihnachtsansprache von Wolodymyr Selenskyj hat in diesem Jahr besondere Aufmerksamkeit auf sich gezogen, berichtet osteopathisch-leben.de unter Berufung auf t-online.de. Eine kurze, nicht näher erklärte Formulierung am Ende der Rede sorgte für Diskussionen – vor dem Hintergrund von Krieg, Verlusten und der Hoffnung auf Frieden.
Ein Satz, der die Debatte auslöste
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj geriet mit seiner Weihnachtsansprache in die Schlagzeilen internationaler Medien. In der Schlusssequenz erinnerte er an den weit verbreiteten Glauben, dass sich in der Weihnachtsnacht der Himmel öffnet und ausgesprochene Träume wahr werden können. In diesem Jahr, so Selenskyj, teile das ganze Land einen solchen Traum.
In diesem Zusammenhang fiel der Satz „Möge er sterben“, ohne dass Selenskyj sagte, wer gemeint sei. Genau diese Offenheit ließ Raum für Interpretationen. Beobachter gingen davon aus, dass sich die Worte vermutlich gegen Kremlchef Wladimir Putin richteten, eine explizite Benennung blieb jedoch aus.
Merry Christmas! pic.twitter.com/okj9Yr1bFe
— Volodymyr Zelenskyy / Володимир Зеленський (@ZelenskyyUa) December 24, 2025
Wie Selenskyj seine Worte einordnete
Die umstrittene Formulierung fiel am Ende der Rede zum vierten Weihnachtsfest seit Beginn der russischen Invasion. Zugleich stellte Selenskyj klar, dass seine Aussage in einem religiösen Zusammenhang zu verstehen sei. Wer zu Gott bete, bitte nicht um Kleinigkeiten, sondern um etwas Grundlegendes.
Für die Ukraine sei das der Frieden. Selenskyj betonte, dass das Land genau dafür kämpfe, dafür bete und ein Recht darauf habe. Der scharf klingende Satz war damit Teil eines größeren Appells und nicht als isolierte Drohung gemeint.
Friedensplan und Gespräche mit den USA
In seiner Ansprache verwies Selenskyj auch auf den 20-Punkte-Friedensplan, der zuletzt mit den USA besprochen wurde. Dieses Dokument könne als Grundlage für künftige Vereinbarungen zur Beendigung des Krieges mit Russland dienen. Nach mehreren Wochen Gesprächen sei bei den meisten Punkten Fortschritt erzielt worden.
Zwei zentrale Fragen seien jedoch weiter offen. Dabei gehe es um mögliche territoriale Zugeständnisse und um die Zukunft des Atomkraftwerks Saporischschja. Selenskyj machte deutlich, dass weitere Gespräche nötig seien, auch auf höchster Ebene, unter anderem mit US-Präsident Donald Trump.
Weihnachten im Krieg und der Gedanke der Einheit
Einen wichtigen Teil der Rede widmete Selenskyj der Bedeutung von Weihnachten in Kriegszeiten. Er sprach von einem Fest der Einheit – trotz Verlusten, Zerstörung und Vertreibung. Viele Ukrainer feierten fern von ihren Familien, manche hätten ihre Häuser verloren, andere ihre Angehörigen.
Russland könne jedoch nicht zerstören, was entscheidend sei, sagte Selenskyj. Gemeint seien das Vertrauen der Menschen ineinander, die innere Stärke und der Zusammenhalt der Gesellschaft. Darin liege die eigentliche Widerstandskraft des Landes.
Angriffe vor den Feiertagen und die Lage an der Front
Scharfe Worte fand der Präsident für die russischen Angriffe unmittelbar vor Weihnachten. Am Vorabend des Festes habe Russland erneut gezeigt, „wer es wirklich ist“, sagte Selenskyj. Er sprach von massiven Attacken mit Hunderten Shahed-Drohnen, ballistischen Raketen und Hyperschallwaffen vom Typ „Kinschal“.
Gleichzeitig bleibt die militärische Lage angespannt. Ukrainische Einheiten mussten sich zuletzt aus der strategisch wichtigen Stadt Siwersk im Norden der Region Donezk zurückziehen. In der Umgebung dauern schwere Kämpfe an, wie der Generalstab in Kiew mitteilte.
Gedenken an die Opfer und Blick nach vorn
In seiner Weihnachtsansprache gedachte Selenskyj auch der gefallenen Soldaten und aller Opfer des Krieges. Er sprach von Gebeten für die Menschen an der Front, für Kriegsgefangene, Binnenvertriebene und jene, die unter russischer Besatzung leben. Wer die Ukraine in sich bewahre, werde sie niemals verlieren, sagte der Präsident.
Zum Abschluss richtete Selenskyj den Blick in die Zukunft. Er sprach von der Hoffnung auf ein friedliches Weihnachten, an dem alle wieder zu Hause zusammenkommen können. Seine letzten Worte fassten diesen Wunsch schlicht zusammen: dass die Menschen leben – und dass die Ukraine lebt.
Neues Datum, alte Traditionen
Anders als in früheren Jahren feiert die Ukraine Weihnachten inzwischen offiziell nach westlichem Kalender. Dennoch halten viele orthodoxe Christen im Land weiterhin an der Feier am 7. Januar fest, wie sie auch in Russland üblich ist.
Dieser Umstand spiegelt die Realität eines Landes wider, das sich verändert, um seine Zukunft kämpft und zugleich unterschiedliche religiöse und kulturelle Traditionen bewahrt.
Auch in seiner Weihnachtsansprache knüpfte Selenskyj an den 20-Punkte-Friedensplan an, der international für Aufmerksamkeit sorgt.

