In Washington eskaliert ein Konflikt, der die politische Führung der USA erschüttert. Verteidigungsminister Pete Hegset steht im Zentrum schwerer Vorwürfe, nachdem ein Einsatz gegen mutmaßliche Drogenschmuggler in der Karibik außer Kontrolle geraten sein soll. Die Operation, die Teil des neuen Anti-Drogen-Kurses der Regierung war, entwickelt sich nun zu einem möglichen politischen Erdbeben, berichtet osteopathisch-leben.de.
Laut Washington Post ereignete sich der Vorfall am 2. September, als US-Kräfte ein schnelles Schmugglerboot angriffen. Die Mission wurde von der Eliteeinheit SEAL Team 6 durchgeführt, jenem Team, das 2011 Osama bin Laden tötete. Nach einem ersten Raketenangriff überlebten zwei Männer und klammerten sich an brennende Wrackteile. Genau in diesem Moment, so berichten Insider, soll Hegset mündlich den Befehl zum zweiten Schlag gegeben haben – begleitet von dem Satz: „Tötet sie alle!“ Dieser angebliche Zusatzbefehl löste letztlich den aktuellen Skandal aus.
Im Kongress und unter Militärexperten löste der Vorfall massive Kritik aus. Seit Beginn von Trumps „Krieg gegen den Drogenschmuggel“ in der Karibik und im Pazifik wurden bereits 22 schnelle Motorboote versenkt und 82 Menschen kamen ums Leben. Doch erst der angebliche Befehl Hegsets liefert nun ein konkretes Beispiel für die Vorwürfe eines überzogenen und rechtlich fragwürdigen Einsatzkonzepts. Manche Stimmen sprechen bereits offen von möglichen „Kriegsverbrechen“.

Der republikanische Abgeordnete Mike Turner warnte, ein solcher Befehl wäre „äußerst schwerwiegend und illegal“. Noch deutlicher wurde der demokratische Senator Tim Kaine, der von nachvollziehbaren Verdachtsmomenten für ein Kriegsverbrechen sprach. Der Kongress hat in beiden Kammern Untersuchungen eingeleitet, die sich nun parallel mit der Frage befassen, wie weit die Befugnisse des Verteidigungsministeriums tatsächlich gingen.
US-Präsident Donald Trump stellte sich hingegen demonstrativ hinter Hegset. Er behauptete, der Minister habe keinen zweiten Befehl erteilt und die Berichte seien verzerrt. Hegset selbst wich in seinen ersten Reaktionen einer klaren Antwort aus. Er sprach von „erfundenen, provozierenden und herabwürdigenden“ Darstellungen und erklärte, die Operationen seien als „tödliche, kinetische Einsätze“ konzipiert gewesen – im Einklang, so seine Behauptung, mit US-Gesetzen und internationalem Recht.
For your Christmas wish list… pic.twitter.com/pLXzg20SaL
— Pete Hegseth (@PeteHegseth) December 1, 2025
Für zusätzliche Irritation sorgte ein weiterer Social-Media-Beitrag Hegsets. Darin zeigte er die Kinderbuchfigur Franklin, wie sie mit einem Granatwerfer auf Drogenboote feuert. Die Bildunterschrift lautete: „Franklin zielt auf Narco-Terroristen“ – ein Post, der selbst in Sicherheitskreisen für Fassungslosigkeit sorgte.
Militärrechtsexperte Todd Huntley stellt grundsätzlich die rechtliche Basis der Luftangriffe infrage. Die Schmugglerboote befänden sich nicht in einem bewaffneten Konflikt mit den USA, wie das Weiße Haus behaupte. Die gezielte Tötung der Besatzung sei deshalb schlicht „Killing“, sagte Huntley der Washington Post. Amerika habe sich in diesem Fall „zum Richter, Geschworenen und Henker zugleich gemacht“.
Der Druck auf den Pentagon-Chef wächst damit weiter, und die Ermittlungen könnten nicht nur seine Position, sondern auch den sicherheitspolitischen Kurs der Regierung erschüttern.
Während die Ermittlungen in den USA weiter an Dynamik gewinnen, rücken auch in Europa Fälle extremistischer Gewalt in den Fokus, etwa die Festnahme von drei Terrorverdächtigen der Neonazi-Gruppe „The Base“ durch die spanische Polizei.

