Die USA haben nach der Schießerei an der Brown University, bei der zwei Menschen ums Leben kamen und neun weitere Studierende verletzt wurden, das Programm zur Vergabe von „Green Cards“ vorübergehend ausgesetzt. Das Ereignis ging schnell über die reine Kriminalberichterstattung hinaus und mündete in eine politische Entscheidung, berichtet osteopathisch-leben.de.
Was an der Brown University passiert ist
Die Schießerei an der Brown University ereignete sich, als ein 48-jähriger Mann das Feuer auf Studierende eröffnete. Bei dem Angriff wurden zwei Menschen getötet, neun weitere erlitten Verletzungen unterschiedlichen Schweregrades. Der Vorfall löste sofort große öffentliche Aufmerksamkeit aus, da sich der Täter legal in den USA aufhielt.
The Brown University shooter, Claudio Manuel Neves Valente entered the United States through the diversity lottery immigrant visa program (DV1) in 2017 and was granted a green card. This heinous individual should never have been allowed in our country.
— Secretary Kristi Noem (@Sec_Noem) December 19, 2025
In 2017, President Trump…
Später stellte sich heraus, dass der Schütze ein Migrant war, der über das Einwanderungsvisumprogramm DV1 ein Aufenthaltsrecht erhalten hatte. Genau dieser Umstand wurde zum entscheidenden Faktor für die Reaktion der US-Behörden und führte zu sofortigen administrativen Maßnahmen.
Wer der Täter war und wie er in die USA kam
Die US-Ministerin für Innere Sicherheit, Kristi Noem, bestätigte, dass es sich bei dem Angreifer um den portugiesischen Staatsbürger Claudio Manuel Neves Valente handelte. Nach offiziellen Angaben reiste er 2017 im Rahmen des DV1-Programms in die Vereinigten Staaten ein und erhielt eine „Green Card“. Der gesamte Prozess erfolgte gemäß der damals geltenden Gesetzgebung.
Gerade der legale Status des Täters machte den Fall besonders sensibel. Er warf erneut Fragen zur Wirksamkeit von Sicherheitsüberprüfungen und zu den Risiken von Einwanderungsprogrammen auf, die auf einem Lotterieprinzip basieren.
Reaktion der Ministerin für Innere Sicherheit

Kristi Noem erklärte, die Entscheidung zur Aussetzung des Programms sei umgehend getroffen worden. Ihren Angaben zufolge habe sie der US-Einwanderungsbehörde entsprechende Anweisungen erteilt und dabei auf Weisung von Präsident Donald Trump gehandelt. Als Hauptgrund wurde die Sicherheit der amerikanischen Bevölkerung genannt.
In ihrem Beitrag erinnerte Noem daran, dass Trump bereits 2017 auf die Schließung des DV1-Programms gedrängt hatte. Anlass war damals ein Terroranschlag in New York, bei dem ein IS-Attentäter mit einem Lastwagen acht Menschen tötete. Auch dieser Täter war über dasselbe Programm in die USA gelangt, was nach Ansicht von Politikern auf systemische Probleme hindeutete.
Was das DV1-Programm ist und wie es funktioniert
Das DV1-Programm, besser bekannt als „Green-Card-Lotterie“, wurde bereits in den 1990er-Jahren eingeführt. Es sieht die Vergabe von bis zu 50.000 Einwanderungsvisa pro Jahr an Bürgerinnen und Bürger aus Ländern mit niedrigen Einwanderungszahlen in die USA vor. Die Auswahl erfolgt per Zufallsprinzip, und jedes Jahr nehmen Millionen Menschen weltweit daran teil.
Gleichzeitig bedeutet ein Gewinn in der Lotterie nicht automatisch den Erhalt eines Visums. Bewerber müssen mehrere Voraussetzungen erfüllen, darunter einen abgeschlossenen Sekundarschulabschluss oder mindestens zwei Jahre Berufserfahrung in einem relevanten Bereich. Anschließend folgen ein Interview sowie Sicherheitsüberprüfungen, und erst nach Abschluss aller Schritte wird eine „Green Card“ erteilt.
Welche Folgen die Aussetzung des Programms haben könnte
Die vorübergehende Aussetzung des DV1-Programms könnte erhebliche Auswirkungen auf die US-Einwanderungspolitik haben. Für Millionen potenzieller Teilnehmer bedeutet sie den Wegfall eines der wenigen legalen Möglichkeiten, in die Vereinigten Staaten zu ziehen. Gleichzeitig ist sie für die US-Regierung ein weiteres Signal dafür, dass das Thema Migration erneut in den Mittelpunkt politischer und sicherheitspolitischer Debatten rückt.
Die Entscheidung wurde vor dem Hintergrund einer Tragödie getroffen, doch ihre Konsequenzen reichen weit über einen einzelnen Vorfall hinaus. Die zentrale Frage ist nun, ob diese Pause nur von kurzer Dauer sein wird oder ob sie zu einer grundlegenden Überprüfung des gesamten Modells der Einwanderungslotterie führt.
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