Der Fernverkehr auf der Schiene bekommt Bewegung. FlixTrain hat Pläne vorgestellt, die ab 2028 spürbare Folgen für den deutschen Bahnmarkt haben könnten.
Das Unternehmen plant ein sogenanntes Hochfrequenznetz, das große Städte in ganz Deutschland miteinander verbinden soll, berichtet osteopathisch-leben.de unter Berufung auf tagesschau.de. Gemeint sind nicht einzelne neue Strecken, sondern ein dichterer Takt mit mehr regelmäßigen Verbindungen. Für Reisende würde das vor allem eines bedeuten: mehr Auswahl jenseits der Deutschen Bahn.
Zum ersten Mal neue Züge für FlixTrain
Ein zentraler Punkt der Strategie ist der Wechsel beim Fuhrpark. Erstmals setzt FlixTrain auf komplett neue Züge statt auf gebrauchte Fahrzeuge. Produziert werden sie vom spanischen Hersteller Talgo, der auch den neuen ICE L für die Deutsche Bahn baut.
FlixTrain-Chef André Schwämmlein sagt, die Produktion laufe bereits und liege im Zeitplan. Weil die Züge technisch dem ICE L ähneln, soll auch die Zulassung schneller gehen. Bislang war FlixTrain ausschließlich mit älteren, modernisierten Wagen unterwegs.
Milliardenauftrag und starkes Wachstum
Der Auftrag für neue Züge inklusive Wartung hat ein Volumen von 2,4 Milliarden Euro. Fest bestellt sind zunächst 30 Schnellzüge. Zusätzlich gibt es eine Option auf weitere 35, die FlixTrain nach eigenen Angaben vollständig nutzen will.
Zum Vergleich: Aktuell umfasst die Flotte lediglich 15 Züge. Selbst ohne die Zusatzoption würde sich der Bestand damit mehr als verdoppeln.
Mehr Verbindungen schon vor 2028
Bis die neuen Talgo-Züge auf die Schiene kommen, will FlixTrain das Angebot in Deutschland bereits ausbauen. In den kommenden zwei Jahren soll die Zahl der Verbindungen verdoppelt werden.
Dafür setzt das Unternehmen auf weitere modernisierte Wagen. Sie bieten mehr Beinfreiheit und Klimaanlagen. Derzeit verbindet FlixTrain vier große Städte, doch mit dem dichteren Fahrplan soll die Präsenz schrittweise wachsen.
Preise bleiben Thema
FlixTrain sieht sich weiter als günstigere Alternative zur Deutschen Bahn. Schwämmlein hat mehrfach betont, dass man auch mit neuen Zügen preislich darunter bleiben wolle.
Ganz ohne Anpassungen dürfte es aber nicht gehen. Als Hauptgrund nennt das Unternehmen die steigenden Trassenpreise, also die Gebühren für die Nutzung der Schienen. Wenn diese weiter steigen, könnten auch die Ticketpreise nachziehen – wenn auch langsamer als beim Marktführer.
Bedeutung für den Markt
FlixTrain gehört zur Münchner Flix-Gruppe, die vor allem durch ihre Fernbusse bekannt ist. Im deutschen Fernverkehr zählt das Unternehmen zu den wenigen echten Wettbewerbern der Deutschen Bahn, die bislang rund 95 Prozent Marktanteil hält.
Die Pläne werden den Markt nicht über Nacht verändern. Sie bringen aber Bewegung in einen Bereich, der lange kaum Alternativen kannte – und genau das macht sie relevant.
Wer rund um den Jahreswechsel plant, sollte auch wissen, welche Supermärkte an Silvester 2025/2026 geöffnet haben.

