Sara Dzaftse ist nicht länger Miss Finnland. Nach einem öffentlichen Aufschrei rund um ein Foto in sozialen Netzwerken wurde ihr der Titel aberkannt, berichtet osteopathisch-leben.de unter Berufung auf spiegel.de. Die Organisatoren zogen damit klare Konsequenzen.
Das Foto, das alles ausgelöst hat
Auslöser des Skandals war ein Bild, das kürzlich online auftauchte. Darauf zieht Dzaftse mit den Fingern die Augen schmal – ein Gestus, den viele als abwertend gegenüber Asiaten interpretierten. Zusätzlich sorgte eine Bildunterschrift auf Finnisch für Kritik, die sinngemäß mit „mit einem Chinesen essen gehen“ übersetzt wird.
Der finnische Rundfunk Yle betonte, dass gerade die Kombination aus Geste und Text für Empörung sorgte. In den sozialen Netzwerken wurde das Foto nicht als harmloser Spaß gesehen, sondern als Wiederholung eines rassistischen Stereotyps. Die Kritik verbreitete sich schnell und erreichte bald auch die Öffentlichkeit außerhalb des Netzes.
Entscheidung der Wettbewerbsleitung
Die Veranstalter von Miss Finnland reagierten mit einer Pressekonferenz. Dort gaben sie bekannt, dass Sara Dzaftse den Titel und die Krone abgeben muss. Man dulde keinerlei Form von Rassismus oder Diskriminierung, hieß es.
Zugleich entschuldigten sich die Organisatoren bei allen Menschen, die sich durch den Vorfall verletzt fühlten. Wer ein öffentliches Amt oder einen solchen Titel trage, stehe besonders in der Verantwortung, so die Begründung.
Neue Miss Finnland steht fest
Neue Titelträgerin ist Taru Lehtonen, die beim Wettbewerb den zweiten Platz belegte. Die junge Frau aus Helsinki nahm den Titel an und erklärte auf Instagram, sie wolle ihn mit Respekt und Stolz tragen.
Die Tageszeitung Iltalehti berichtet, dass Lehtonen den Skandal bewusst aus der Distanz verfolgt habe. Öffentliche Kommentare vermied sie während der aufgeheizten Debatte.
Entschuldigung ohne Folgen
Zunächst hatte Sara Dzaftse das Foto noch mit starken Kopfschmerzen erklärt. Sie habe lediglich ihre Schläfen massiert und die Augen geöffnet. Später entschuldigte sie sich auf der Pressekonferenz ausdrücklich, auch bei der asiatischen Gemeinschaft.
Sie räumte ein, Menschen verletzt zu haben, und stellte klar, dass Rassismus nicht akzeptabel sei. An der Entscheidung der Organisatoren änderte das jedoch nichts.
Der Fall zeigt, wie schnell ein einzelner Beitrag in sozialen Netzwerken weitreichende Konsequenzen haben kann – besonders für Personen, die im öffentlichen Licht stehen.
Auch im deutschen Fernsehen sorgen persönliche Entscheidungen derzeit für Schlagzeilen – zuletzt bei „Hochzeit auf den ersten Blick“ auf Sat.1.

