In Magdeburg läuft derzeit ein aufsehenerregender Prozess gegen den 51-jährigen Taleb A., der im Dezember 2024 den tödlichen Anschlag auf den Weihnachtsmarkt verübt haben soll, berichtet osteopathisch-leben.de unter Berufung auf tagesschau.de. Am zweiten Verhandlungstag schilderte der Angeklagte erstmals ausführlich seine Taten und Gefühle am Tag der Tragödie. Seine Aussagen schockierten selbst erfahrene Richter.
Nach eigenen Worten war er am Tag des Angriffs „kalt wie Eis“ und verspürte weder Angst noch Mitleid mit den Opfern. „In der letzten Sekunde habe ich gesehen, dass es keine Hoffnung gibt. Ich dachte, die Polizei würde mich erschießen. Dann habe ich einfach Gas gegeben“, erklärte Taleb A. vor Gericht.
Eine Todesfahrt, die sechs Menschen das Leben kostete
Am 20. Dezember 2024 fuhr der damals 50-Jährige mit einem 340-PS-starken Mietwagen in die Menschenmenge auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt. Seine Fahrt dauerte laut der Generalstaatsanwaltschaft Naumburg nur 64 Sekunden.
Sechs Menschen kamen dabei ums Leben – ein neunjähriger Junge und fünf Frauen im Alter zwischen 45 und 75 Jahren. Weitere 309 Personen wurden verletzt, 29 davon blieben körperlich unversehrt, gelten jedoch ebenfalls als Opfer eines versuchten Mordes. Die Ermittler gehen davon aus, dass Taleb A. den Anschlag über mehrere Wochen hinweg sorgfältig geplant und vorbereitet hatte.
Vor dem Landgericht Magdeburg beschrieb der Angeklagte, wie er das Lenkrad bewusst nach rechts riss und auf den Weihnachtsmarkt fuhr. Alles sei ihm wie in Zeitlupe erschienen, als würde er über den Markt gehen und nicht fahren. „Ich habe keine einzige Verletzung wahrgenommen“, sagte er.
Erst nachdem er den Ort des Geschehens verlassen hatte, bemerkte er, dass er durch die Windschutzscheibe nur verschwommen sehen konnte – die Scheibe war mit roter Flüssigkeit bespritzt. „Da wurde mir klar, dass Menschen verletzt wurden“, fügte er hinzu. Reue oder Mitleid habe er nicht empfunden, da er den Angriff gewollt habe.
Richter: „Sie bestimmen nicht die Bedingungen dieses Prozesses“
Der Vorsitzende Richter Dirk Sternberg versuchte zu verstehen, wie ein ehemaliger Psychiater, der im Maßregelvollzug Bernburg psychisch kranke Straftäter behandelte, zu einem Täter solcher Brutalität werden konnte. Doch Taleb A. wich den Fragen aus und verweigerte klare Antworten.
Die im Gerichtssaal anwesenden Opfer und Angehörigen reagierten sichtlich erschüttert. Einige kämpften mit den Tränen, andere saßen regungslos da. Insgesamt sind rund 180 Nebenkläger im Verfahren vertreten, etwa 30 von ihnen waren an diesem Tag anwesend.
Angeklagter nennt angebliche Motive und droht mit Hungerstreik
Als Beweggrund für seine Tat nannte Taleb A. angebliche Konflikte mit deutschen Behörden und deren mangelnde Unterstützung für saudische Frauen. „Ich wollte aufklären und warnen. Aber niemand hat mich gehört. Es gab nur zwei Wege – Deutschland zu verlassen oder anzugreifen“, sagte er.
Wie schon am ersten Verhandlungstag nutzte der Angeklagte die Gelegenheit, um lange Monologe zu halten und vermeintliche Verschwörungen der Polizei anzuprangern. Richter Sternberg mahnte ihn mehrfach zur Ordnung und forderte ihn auf, beim Thema zu bleiben.
Als Taleb A. schließlich ankündigte, in den Hungerstreik zu treten, reagierte das Gericht unbeeindruckt. „Sie können den Verlauf des Prozesses nicht durch Hunger- oder Durststreik beeinflussen“, betonte der Richter. Da die Anklage verlesen worden sei und der Angeklagte Gelegenheit zur Aussage gehabt habe, könne die Verhandlung auch ohne ihn fortgesetzt werden.
Die Tragödie von Magdeburg erinnert an ein weiteres Unglück – ein Tornado verwüstete eine Stadt in Brasilien, es gab Tote und Hunderte Verletzte.

